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Mehr Holz, mehr Technik und vor allem mehr Energie

In der Fertighausbranche geht der Trend zum Plus-Energiehaus. Der Baustoff Holz setzt sich zunehmend auch optisch durch. Noch gilt das vor allem für das gehobene Preissegment.

Licht aus, Heiztemperatur runter, Kaffeemaschine an: In der Welt von morgen müssen die Bewohner eines Hauses nicht mehr vor Ort sein, um die Gebäudetechnik im Griff zu haben. Vom Keller aus lässt sich die Musikauswahl steuern, die aus den Lautsprechern im Dachgeschoss tönt. Vom Büro aus können Haushaltsgeräte in Gang gesetzt werden. Die Temperatur seines Hauses kann auch regeln, wer gerade auf dem Tennisplatz steht, beim Schulbasar Kuchen verkauft oder mit der Metro in Paris unterwegs ist.

„Future“ heißt das Modell - denn was heute schon möglich ist, wird erst morgen im Neubau zum Standard. Darauf arbeiten auch die Wettbewerber hin: Weberhaus, Fingerhaus, Bien-Zenker, Luxhaus, Schwörer und Huf sind in der Fertighauswelt Frechen bei Köln mit entsprechenden Häusern vertreten. Andere wie Okal haben angekündigt, ebenfalls bald mit Angeboten auf den Markt zu kommen.

Bisher ist die Nachfrage überschaubar, das Interesse aber offenkundig sehr groß. Wer sich deshalb in Zukunft am Markt behaupten will, muss sich schon heute mit entsprechenden Angeboten positionieren, lautet die Strategie der Hersteller. Man sei an dem Punkt, an dem man den Hauskäufern mit den Plus-Energiehäusern ein wirtschaftlich sinnvolles und reproduzierbares Angebot machen könne, heißt es. Ob die Musterrechnungen wirklich aufgehen, lassen die Anbieter der in der Fertighauswelt Frechen ausgestellten sechs Plus-Energiehäuser übrigens vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP überprüfen.

 

Optisch Richtung Skandinavien

Mit steigenden Produktionszahlen wird wohl auch der Preis für die neue Technik sinken. Es ist kein Zufall, dass die Plus-Energiehäuser bislang eher im gehobenen Preissegment angeboten werden. Um die 700.000 Euro würde das Musterhaus Future von Weiss kosten, ohne Inneneinrichtung. Etwa eine Million Euro kalkuliert Huf Haus für sein neues Musterhaus in der Fertighauswelt Köln - etwa 80.000 Euro sollen auf die Solaranlage entfallen. Der Fachwerkglaspalast erreicht die Effizienzhaus-Klasse 55.

Für den ausschließlich in der Luxusklasse positionierten Hersteller aus dem Westerwald steht zwingend der Wohnkomfort im Vordergrund. Die Technik muss in einem Huf Haus weitgehend unsichtbar sein. Das Unternehmen setzt auf einen hohen Wiedererkennungswert seiner Marke und bleibt seinem Stil immer treu. Huf Häuser sehen immer aus wie Huf Häuser. Gefällt einem eines, gefallen auch alle anderen. Für Zwischentöne und Überraschungen ist kein Platz.

 

Der Preisunterschied ist erheblich

Für die Fassade des 160 Quadratmeter Wohnfläche bietenden Baus wurde eine Holzverschalung im hochaktuellen Schlammton gewählt. Deren Reiz besteht darin, dass die Holzlatten versetzt angeordnet sind. Das wirkt alles andere als fad.

Auch die Innenraumgestaltung ist bei Schwörer skandinavisch inspiriert: Das neue Haus wartet gleich hinter der Diele mit einer großen Wohn-Ess-Küche auf, deren Clou eine großzügige Eckbank darstellt, die, mit Filz bezogen, nicht nur gemütlich ist, sondern auch zum Schlafplatz für Gäste umfunktioniert werden kann. Die Zielgruppe für Plan 550 ist klar: Familien mit regen sozialen Kontakten. Im Vergleich zu diesem Glanzpunkt, der sich deutlich von den üblichen Angeboten abhebt, fällt in der oberen Etage des Musterhauses das Ausstattungsniveau insgesamt ab. Auch ist die Klimatechnik nicht so unsichtbar wie etwa bei Huf. Der Preisunterschied ist allerdings auch erheblich. Für Musterhaus Plan 550 muss man um die 412.000 Euro rechnen.

Schwörer will sich in Frechen indes nicht nur auf dem Feld der Plus-Energiehäuser profilieren, sondern zeigt erstmals außerhalb seines Standorts Oberstetten das Wohnmodul „Flying Space“. Die Wohnbox ist an das Einfamilienhaus gekoppelt. Mit einer Breite von 3 bis 4 Metern und einer Länge von 10 bis 12,50 Metern kann das Modul auf einem Lastwagen zum Standort transportiert werden – und dort als Gästetrakt, Büro oder was auch immer das Hauptgebäude erweitern. (Artikel FAZ)

 

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