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Interview mit Peter Huf

Wie entsteht die scheinbare Leichtigkeit eines HUF Hauses?

Herr Huf, wenn man ein fertiges HUF Haus sieht, wirkt alles oft selbstverständlich – fast so, als hätte es genau so entstehen müssen. Können Sie das nachvollziehen?
Das ist tatsächlich ein sehr schöner, aber auch etwas irreführender Eindruck. Ein Haus, das sich so selbstverständlich in seine Umgebung einfügt, ist das Ergebnis eines intensiven kreativen Prozesses. Diese scheinbare Leichtigkeit entsteht nicht zufällig – sie ist das Resultat vieler Gespräche, Abwägungen und Entscheidungen. Für den Architekten bedeutet das im ersten Schritt zu erspüren, was der Kunde möchte. Diese Disziplin ist eine Kunst, denn man muss im Gesagten das Gemeinte erkennen. Die Architektur und auch besonders die Dachform müssen die Persönlichkeit der Bauherren widerspiegeln. 

Hinzu kommt, dass das Planungssystem in England anders funktioniert als die deutsche Bauleitplanung mit ihren detaillierten Vorgaben für jedes Grundstück. Deshalb recherchieren wir zunächst die Geschichte jedes einzelnen Grundstücks: Wir beschäftigen uns mit seiner Historie, analysieren frühere Bauvorhaben, betrachten die umliegende Bebauung und sammeln selbst kleinste Informationen. Denn jede dieser Erkenntnisse kann dazu beitragen, die zuständige Planning Authority von dem Vorhaben zu überzeugen und die Genehmigung zu erhalten. 

Peter Huf Architekt aus England 

Was bedeutet dieser kreative Prozess konkret in der frühen Planungsphase?
Auf der einen Seite bedeutet es erst einmal Zuhören – trotz „Designbrief“ liest man die eigentlichen Wünsche und Bedürfnisse oft erst zwischen den Zeilen heraus. Auf der anderen Seite steht das Grundstück mit seiner Topografie, den Blickachsen und dem Licht.  Ich spreche gerne von einer eigenen „räumlichen Energie“, die jeder Ort mitbringt. Unsere Aufgabe ist es, diese mit den Bedürfnissen der Menschen in Einklang zu bringen und in Architektur zu übersetzen. Was tut dem Grundstück gut? Wie kann man das Potential verstärken? Kundenwunsch und Grundstück müssen sozusagen miteinander verheiratet werden. 

Sprechen wir über konkretes Projekt – ein dreigeschossiges HUF Haus in der Grafschaft Berkshire. Sie beschreiben, dass das Haus „mit der natürlichen Strömung des Ortes fließt“. Was ist damit gemeint?
Um die Veränderung zu verstehen, muss man wissen, dass das Bestandsgebäude nur wenig Bezug zur Landschaft hatte. Es wurde meiner Meinung nach an einer Stelle erbaut, wo es sich nicht richtig entfalten konnte. Im Inneren lässt sich vieles verbessern, die Position eines Hauses auf dem Grundstück aber nicht. Deshalb endet man leider oft in einem Kompromiss. Um der Baufamilie eine neue Vision für das Haus zu vermitteln, habe ich analysiert: „Was möchte das Grundstück?“ und wie sich seine Qualitäten besser nutzen lassen.

Anhand alter Fotografien wird deutlich, dass das frühere Haus eher isoliert auf dem Grundstück stand – ohne echte Verbindung zwischen Innen- und Außenraum. Deshalb entstand die Idee, das Gebäude neu zu positionieren und zur Tiefe des Grundstücks zu öffnen. Ich habe bewusste den Hang ausgenutzt, um die Schokoladenseite zu unterstreichen. Genau das würde ich als going with the flow bezeichnen. 

Das Bestandsgebäude ist isoliert auf dem Grundstück platziert.

Was zeichnet dieses Projekt für Sie aus?
Konkret bei diesem Projekt habe ich mich für eine symmetrische Fassadenordnung entschieden, die sich aus der Mittelachse entwickelt, wo Haus, Garten und Pool miteinander verbunden sind. Die großzügige Verglasung über drei Geschosse sorgt für ein außergewöhnlich weites Raumgefühl, maximalen Lichteinfall und letztendlich mehr Wohlbefinden im Alltag.

Die strenge der Symmetrie wird durch das leicht ansteigende Dach im Mittelteil aufgelockert, das zusätzlich Licht ins Haus bringt und verleiht dem Gebäude eine elegante Leichtigkeit. 

Oft wird die Rolle der Nebengebäude unterschätzt. In diesem Fall haben wir uns für die etwas ungewöhnliche Platzierung entschieden, den Carport genau vor den Eingang zu setzen. Dadurch wird die Mittelachse betont und das Haus steht frei im Grundstück. Übrigens schmeichelt der Carport auch durch sein Gründach. Ein Gestaltungsmittel, das vor allem vom Obergeschoss aus bestens zur Geltung kommt.

Und wenn das Haus mal steht …
… kommen wir wieder zur ersten Frage. Der sicherlich wohlwollende, aber unvollständige Eindruck, ein Haus sei „einfach so“ entstanden. Der gesamte Prozess ist Teamarbeit und basiert auf großem gegenseitigem Vertrauen – zwischen Bauherren und Architekten, aber auch innerhalb der gesamten HUF HAUS Gruppe

Neben der architektonischen Planung arbeiten zahlreiche Fachdisziplinen Hand in Hand: Fachberater, Ingenieure, Techniker und Bauzeichner entwickeln gemeinsam die optimale Lösung. Gleichzeitig sind unsere Spezialisten der Firmengruppe in unterschiedlichsten Bereichen eng eingebunden.

Und natürlich spielen auch die ausführenden Teams eine entscheidende Rolle – von den Monteuren, die das Haus mit höchster Präzision errichten, bis hin zu den Gewerken im Innenausbau, die den Entwurf bis ins Detail vollenden. Jeder einzelne trägt Verantwortung und bringt seine Expertise ein. Nur wenn alles ineinandergreift, entsteht diese Qualität und Selbstverständlichkeit, die man dem fertigen Haus ansieht.
 


Was macht für Sie am Ende einen guten Entwurf aus?
Das schönste Kompliment ist für mich, wenn jemand das Projekt als gelungenes Gesamtkunstwerk sieht. Denn ein HUF Haus nimmt sich zurück, obwohl es eine starke architektonische Handschrift trägt.
 

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