Ausgezeichnet! Das Energiebündel HUF City Living

Die moderne Architektur ist ein echter Hingucker inmitten der aufstrebenden Kreisstadt Montabaur – doch nicht nur optisch ist das Projekt HUF City Living ein Highlight. Die hinter den Kulissen verborgene Technik macht das Projekt von HUF HAUS zu einem waschechten Energiebündel. Für das besonders wegweisende Projekt verlieh der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V. (BVF) vergangene Woche den BVF-Award 2016.

Aber von vorn: Für das mehrgeschossige HUF City Living Wohnungsbauprojekt, bei dem sich 44 unterschiedlich große, barrierefreie Wohnungen auf vier Gebäude verteilen, erwarb HUF HAUS bereits 2008 ein circa 4.300 Quadratmeter umfassendes Bauareal. In insgesamt vier Bauabschnitten wurde das Projekt bis Ende Mai 2016 realisiert. Die Tiefgarage bietet mit 48 Pkw-Stellflächen ausreichend Platz.

Dabei dient das Bauvorhaben dem Traditionsunternehmen aus dem Westerwald nicht nur als Pilotprojekt, sondern vor allem auch als Vorzeigeobjekt für mehrgeschossigen Holz-Fachwerkbau im Wohnungsbaubereich. Es soll die Fertigbauweise, die bislang hauptsächlich mit frei stehenden Einfamilienhäusern in Verbindung gebracht wird, im Geschosswohnungsbau stärken. Und das macht durchaus Sinn: Da Holzbauelemente relativ leicht und zugleich äußerst tragfähig sind, eignen sie sich hervorragend zum Bauen in die Höhe.

Die Vorgabe an das Gesamt-Energiekonzept war einfach: Ein von fossilen Brennstoffen unabhängiges Energiesystem und die Erzeugung von Energie zum Eigenverbrauch. Beim Projekt HUF City Living soll stadtnahes, exklusives Wohnen im Grünen mit einem zukunftsweisenden effizienten Energiemanagement verbunden werden.

Wärmeversorgung/Kühlung

Neben den flexiblen und zeitgemäßen Grundrissen bestechen die Wohnungen des Fachwerkhausspezialisten HUF HAUS vor allem durch ein durchdachtes Klimakonzept, das den Großteil der notwendigen Energie für die Gebäude und Freibereiche aus regenerativen Energien schöpft. Zentrales Element ist hier der 500.000 Liter fassende Eis-Energiespeicher der Firma Viessmann, der mehrere Wärmepumpen in den Technikräumen der Gebäude speist und mit insgesamt 450 solaren Doppelmodulen auf den Pultdächern der Häuser gekoppelt ist.

Doch nicht nur in den Wintermonaten sorgt das ausgeklügelte System von Eisspeicher, Wärmepumpen und Solar-Doppelmodulen für angenehme Temperaturen. Die Wärmeverteilung erfolgt über „aquatherm black system“, das als Decken- und Fußbodentemperierung zum Einsatz kommt. Die homogene Wärmeverteilung und die kurze Reaktionszeit des Systems schaffen über das gesamte Jahr ein angenehmes Klima in den Wohnräumen.

Der Eisspeicher ist in einem Tiefkeller unter dem Tiefgaragenbereich des Hauses Nr. 4 untergebracht, in direkter Nachbarschaft zu einem Technikraum für seine Steuerung. Der Eisspeicher dient als Wärmequelle für die Wärmepumpen, wenn nicht ausreichend Energie über die Solar-Luftabsorber zur Verfügung steht. Im Eisspeicher wird die zur Versorgung der Gebäude benötigte Raumwärme eingelagert, die zuvor mittels Sonnenenergie, Lufttemperatur oder Erdwärme erzeugt wurde. Im Eisspeicher selbst befinden sich zwei Wärmetauscher: Der Entzugswärmetauscher im Innern des Eisspeichers und der Regenerationswärmetauscher an seiner Außenwand.

Die Sole/Wasser-Wärmepumpen entziehen dem Wasser seine Energie und lassen es dadurch gefrieren. Sie wandeln die Energie im Eisspeicher in Wärmeenergie um. Dieser Vorgang erfolgt im Entzugswärmetauscher. Die patentierte Vereisung, die von innen nach außen funktioniert, verhindert ein Sprengen des Behälters beim Vereisungsvorgang. Im Regenerationswärmetauscher wird durch das Schmelzen des Eises dem Wasser wieder Energie zugeführt. Diese Energie kann dann wiederum durch die Wärmepumpen aufgenommen und in Heizwärme umgewandelt werden.

Im Gegensatz zu Heizsystemen, die auf Gas, Pellets oder Öl zurück- greifen und diese Ressourcen verbrauchen, kann das Prinzip der Energieerzeugung durch Kristallisationswärme immer wiederholt werden.

Lufttechnische Anlagen

Eine weitere Besonderheit ist die Lüftungsanlage: Alle Wohnungen verfügen über eine sogenannte Health-Box, ein bedarfsgeführtes Abluftgerät, das gemeinsam mit Lüftungssystemen im Fensterrahmen sensorgesteuert die Raumluftqualität regelt. Durch dieses Zusammenspiel werden die Entsorgung der verbrauchten Luft und die kontinuierliche und schallgedämmte Frischluftzufuhr gewährleistet.

Über ein Display können pro Wohnung die relevanten Paramater eingestellt und gesteuert werden: „Standard-Modus“ für optimalen Luftwechsel bei Anwesenheit, „Maximaler Modus“ für die volle Leistung zum Austausch der Raumlüftung und der „Eco-Modus“ der den minimalen Luftwechsel bei Nicht-Anwesenheit garantiert.

Stromversorgung

Die Flächen der Pultdächer sind nach Süden oder Westen ausgerichtet. Zur Energiegewinnung verfügt jedes Gebäude über großflächige Photovoltaik-Module auf dem Dach. Auf 1.100 Quadratmeter Dachfläche sind 450 Photovoltaikmodule verteilt. Die jährlich erzeugte Energie beträgt circa 103.000 kWh/a und wird für den Betrieb der Wärmepumpen und anderen elektrischen Geräte genutzt.

Gebäudeautomation

Die gesamte Gebäudetechnik – Licht, Verschattung, Heizung, Belüftung und Sicherheitstechnik – kann zentral über ein KNX-System gesteuert und automatisiert werden. Die Funktionen lassen sich auch miteinander vernetzen – individuell abgestimmt auf die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner.

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